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'Ehret die Frauen' - Entlarvung des idealisierten 'Kitsches' bei Schiller durch eine Parodie
Datum: 16. Januar 2011 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Diese Strukturskizze inkls. Arbeitsmaterial kann im Deutschunterricht Klasse 10 verwendet werden.
Beschreibung:
Satire - Friedrich Schillers Gedicht 'Ehret die Frauen' wird im Vergleich mit einer Parodie als Kitsch entlarvt und das Geschlechterbild in Frage gestellt.

'Ehret die Frauen' - Entlarvung des idealisierten 'Kitsches' bei Schiller durch eine Parodie
Vorbemerkungen zum Unterrichtsbesuch
Zur didaktischen Begründung der Unterrichtsstunde:
Es handelt sich bei der Klasse 10 a um eine im Mündlichen teils sehr leistungsstarke Lerngruppe, in der ein sehr offenes und motiviertes Lernen in angenehmer Atmosphäre möglich ist. Die bisherigen satirischen Texte der Unterrichtsreihe wurden motiviert von der Klasse angenommen.
Die Unterrichtsreihe „Satiren als Zerrspiegel der Gesellschaft" soll einen Kontrapunkt zum zuvor behandelten Roman „Im Westen nichts Neues" mit seiner düster-morbiden Thematik bilden; zugleich knüpft der Roman aber mit seiner Gesellschaftskritik an das jetzige Thema an. Die humoristische Machart der Texte und deren gesellschaftskritischer Inhalt kommt der kritischen Wahrnehmung der Umwelt durch die heranreifenden Jugendlichen in diesem Alter besonders entgegen.
Das vorgelegte Gedicht der Unterrichtstunde, „Ehret die Frauen" von F. Schiller ist als Vorlage einer Parodie sehr geeignet, da Schiller darin ein Frauen- und Männerbild zum Ausdruck bringt, das von heutigen Jugendlichen als überholt, idealistisch und kitschig betrachtet werden muss.
Durch die Annäherungen an den Text, die produktionsorientierte Vorerschließung und das Sammeln der Leseeindrücke rufen die Schüler ihre eigenen stereotypen Rollenvorstellungen über die Geschlechter ab und äußern im Anschluss nach dem Lesen des ganzen Schiller-Gedichts wahrscheinlich selbst erste Kritik an diesen. Dadurch dürften sie später beim Lesen der Parodie erkennen, dass ihre Kritik trotz des großen zeitlichen Abstands der satirischen Intention der Parodie entspricht oder ähnlich ist.
Die Textanalyse soll anschließend im Detail Ergebnisse liefern: Neben der Wirkung, Methode und des Aufbaus einer Parodie soll die Intention erarbeitet werden: die Kritik an den idealisierten Geschlechterbildern Schillers. Nach der Sicherung der Ergebnisse sollte in der folgenden Auswertung auch die Frage aufgeworfen werden, inwiefern diese Rollenbilder auch heute noch gelten: Werden in der Werbung und im Kino immer noch die Schillerschen Geschlechterbilder propagiert, in denen die Frau für die Romantik und die Männer als „Kraftkerle" für die Abenteuer zuständig sind ? Entspricht die Demaskierung dieser Ideale als mütterlichen Putzfrau und des „schlappen Machos" und Pantoffelhelden auch der heutigen Realität? Die Schüler sollen dadurch auch ihre zu Anfang ironisch geäußerten Klischeevorstellungen kritisch hinterfragen.
Die abschließende Hausarbeit dient als Sicherung dem Verständnis der Form und Intention der Parodie, indem sie diese selbst nachahmen oder Beispiele aufspüren und deuten.
Stellung der Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichtsreihe:
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1. Einstieg in die Satire: Loriots Gedicht „Advent" als Demaskierung der Fassade der traditionell weihnachtlich-besinnlichen „Heile Welt"-Gedichte |
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2. Ephraim Kishon: „Die roten Lichter von Amsterdam" - Konflikt zwischen bürgerlicher Scham und triebhafter Neugier als Grundlage einer Gesellschaftssatire |
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3. Christine Nöstlinger: „Die Pribills" - Untersuchung von sprachlichen Mitteln der Satire |
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4. Verfassen und Vortragen einer eigenen Familiensatire |
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5. „Ehret die Frauen" - Entlarvung des idealisierten „Kitsches" bei Schiller durch eine Parodie |
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6. Christine Busta: „Wo holt sich die Erde die himmlischen Kleider ?" - „Wo holen die Lehrer die peinlichen Kleider ?" - Parodien untersuchen und entwickeln |
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7. „Neu in der Klasse" - satirische Darstellung des Gruppenzwangs in der Schule als biologische Hierarchie innerhalb eines Rudels |
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8. Reinhard Mey: „Annabell, ach Annabell" - Liedsatiren - satirische Entlarvung eines politisch engagierten Frauentypus der Siebziger Jahre |
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9. Tom Wolfe: „Fegefeuer der Eitelkeiten" - literarische Gesellschaftsatire (1) |
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10. Tom Wolfe: „Fegefeuer der Eitelkeiten" - literarische Gesellschaftsatire (2) |
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11. Klausur: Analyse, Interpretation und kreativer Schreibauftrag zu G. Zwerenz „Nicht alles gefallen lassen" |
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12.-14. Satire-Werkstatt - kreatives Schreiben und Darstellungsverfahren erproben |
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Stundenverlaufsplan Lehrkraft: |
5. Stunde der Unterrichtsreihe „Satiren als Zerrspiegel der Gesellschaft"
Thema: „Ehret die Frauen" - Entlarvung des idealisierten „Kitsches" bei Schiller durch eine Parodie
Schwerpunkt der Stunde: Erarbeitung einer Interpretation einer Parodie zu Schillers Gedicht
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Lernphase |
Unterrichtsgeschehen |
Sozialform |
Medien |
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Einstieg |
Der L. schreibt den Autor, Titel und den Gedichtanfang an, sowie „Ehret die Männer" und fordert die Schüler auf eine Fortsetzung für das jeweils andere Geschlecht zu schreiben.
Kurze Arbeitsphase
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L-Impuls |
Tafel |
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Präsentation |
Die SuS stellen Fortsetzungen vor.
Erwartung: amüsiert-übertriebenes Abrufen von stereotypen Vorurteilen über die jeweiligen Geschlechterrollen
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S-Vortrag
U-Gespräch |
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Erarbeitung |
Der L. lässt das Gedicht von Schiller ganz vorlesen und sammelt die Eindrücke der Schüler.
Erwartung: vereinzelt Zustimmung, aber überwiegend kritische Distanz zu den idealisierten Vorstellungen der Geschlechterrollen bei Schiller, Vorwegnahme der Haltung Schlegels zum Schiller-Gedicht durch die SuS
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S-Vortrag
U-Gespräch |
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Erarbeitung durch Textanalyse |
Der L. teilt die Texte des Originalgedichts und seiner Parodie aus. Ein Schüler liest die Parodie vor. Der L. sammelt die Eindrücke.
Erwartung: Zustimmung zu satirischen Absicht des Autors, Erkennen der Textgattung; Erkennen der Kritik an Schillers Geschlechterbildern durch Gegenüberstellung mit der Realität, ansatzweise Erkennen der verfremdenden Elemente der Parodie im Verhältnis zum Original
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S-Vortrag
U-Gespräch |
Texte |
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Der L. erteilt den Arbeitsauftrag zur Textanalyse. (siehe Arbeitsblatt)
Arbeitsphase der Schüler
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Partnerarbeit |
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Präsentation |
Die SuS stellen ihre Ergebnisse als OHP-Folie vor.
Erwartung: Vertiefung der Interpretationsansätze durch Textanalyse , Gegenüberstellung und Vergleich der Geschlechtervorstellungen bei Schlegel und Schiller, Interpretation der Intention der Parodie: Entlarvung der idealisierten Geschlechterbilder bei Schiller
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S-Vortrag |
Folie |
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Auswertung |
Die Ergebnisse werden in der Klasse besprochen und ggf. ergänzt und korrigiert. Im Anschluss sollen die Rollenbilder und die Kritik mit der heutigen Situation vergleichen und diskutiert werden.
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U-Gespräch
L-Impuls U-Gespräch |
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Sicherung und Vertiefung |
Hausarbeit: I. Schreibe eine Variation der Parodie ! (z.B. „Ehret die Lehrer /Eltern / Freunde etc. !") II. Oder: Findet eine Parodie und deren Original (Literatur, Musik, Film ) und erklärt, wie die Parodie die „Machart der Vorlage" entlarvt !
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