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Planung einer Themenwoche zum Oberthema 'Der Aufstieg Asiens' mit dem Unterthema 'Umweltzerstörung auf Chinesisch'
Datum: 15. September 2010 Kommentare: 0
Zusätzliche Informationen:
Inklusive erarbeiteter Stundenplanung zur Thematik und Arbeitsmaterial.
Weiteres Thema: globales Lernen.
Beschreibung:
In keiner anderen Region auf der Erde ist ein so großes Wirtschaftswachstum festzustellen, wie in China. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den Medien die Volksrepublik China als die kommende Weltmacht bezeichnet wird.

Planung einer Themenwoche zum Oberthema 'Der Aufstieg Asiens' mit dem Unterthema 'Umweltzerstörung auf Chinesisch'
Institut für Pädagogik
Wintersemester 2007/2008
Seminar: Bildung für nachhaltige Entwicklung: Konzept und Umsetzung in der
Schule A5T3
Veranstalterin:
Planung einer Themenwoche zum Oberthema „Der Aufstieg Asiens „ mit dem Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“,
unter Berücksichtigung der Konzepte des „globalen Lernens“ und der „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.
1Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 2
2 Vorwort 3
3 Analyse in Bezug auf Globalisierung - Wie steht das Thema mit dem Begriff der Globalisierung in Beziehung? 4
4 Analyse in Bezug auf Nachhaltigkeit – Wie steht das Ober- und Unterthema im Zusammenhang mit dem Dreieck der Nachhaltigkeit? 6
Analyse in Bezug auf „globales Lernen“ – Welche Intentionen und Hauptfragestellungen lassen sich aus dem Konzept des „globalen Lernens“ für die Thematik der Themenwoche ableiten? 9
5 Didaktische Analyse mit Hilfe des didaktischen Modells zum „globalen Lernen“ nach Christel Adick 12
6 Unterrichtsplanung 14
7 Literaturverzeichnis 19
Max Planck Institut für Meteorologie (Hrsg.) 2007: Satelliten beobachten spektakuläre Zunahme der Luftverschmutzung über China URL: http://www.mpimet.mpg.de/presse/ pressemitteilungen/luftverschmutzung [15.02.08] 21
Worldwatch Institut (Hrsg.) 2007 23
URL: http://www.worldwatch.org/taxonomy/term/53 [17.02.2008] 23
Le Monde diplomatique/taz 2002: Atlas der Globalisierung- Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. Berlin S.200-201 24
Le Monde diplomatique/taz 2002: Atlas der Globalisierung- Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. Berlin S.200-201 25
Rötzer, Florian 2004: Waldsterben und Luftverschmutzung. URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18991/1.html [05.03.08] 25
Le Monde diplomatique/taz 2002: Atlas der Globalisierung- Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. Berlin S.200-201 26
2Vorwort
Die Thematik der Projektwoche: „Der Aufstieg Asien – Umweltzerstörung auf Chinesisch“
In keiner anderen Region auf der Erde ist ein so großes Wirtschaftswachstum festzustellen, wie in China. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den Medien die Volksrepublik China als die kommende Weltmacht bezeichnet wird. Schon auf Grund ihrer enormen Bevölkerungszahl, mit über 1,3 Milliarden Menschen, kann sich das Interesse der Weltbevölkerung nicht mehr von China abwenden. Jedoch verbergen sich hinter der „Fassade“ dieses aufsteigenden Land auch einige Schattenseiten, die beispielsweise die Menschenrechtsverletzungen, wie derzeit in den Nachrichten an Tibet zu erkennen sind, oder die zunehmende Umweltverschmutzung, die mit der Industrialisierung einhergeht.
Auf Grund dieser Tatsachen soll das Thema „Der Aufstieg Asiens“ durch eine Themenwoche den Schülern nahe gebracht werden. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei vor allem auf die Schattenseiten des Wachstums, die Umweltverschmutzung und –zerstörung in China gelegt werden.
Die vorliegende Arbeit hat den Anspruch, die Unterrichtsstunden zum einen aus didaktischer Sicht zu begründen, zum anderen die Thematik und somit den Inhalt der Themenwoche in Bezug auf Globalisierung, Nachhaltigkeit und „globales Lernen“ zu analysieren. Anschließend soll der eigentliche geplante Verlauf der jeweiligen Unterrichtsstunden aufgeführt und kurz erläutert werden. Die dazugehörigen Arbeitsunterlagen befinden sich im Anhang. Eine fachspezifische Analyse mit der Frage, inwieweit meine Unterrichtsfächer (Erdkunde, Pädagogik und Deutsch) die Thematik der Projektwoche tangieren und ob sie zum Erfolg dieser Arbeit beitragen können, soll den Abschluss bilden.
3Analyse in Bezug auf Globalisierung - Wie steht das Thema mit dem Begriff der Globalisierung in Beziehung?
„Unter Globalisierung versteht man den Prozess der Zunahme und Intensivierung weltweiter Beziehungen und Verflechtungen infolge der globalen Reichweite und Wirksamkeit ökonomischer, ökologischer, politischer, sozialer, kultureller Prozesse (=Dimensionen der Globalisierung) und der zunehmenden Mobilität von Menschen, Informationen, Sachgüter, Dienstleistungen und Kapital“ (Kulke, Elmar 2004: 195). Dies ist einer von vielen Versuchen den Begriff der Globalisierung zu definieren, infolgedessen dieser Definitionsansatz nicht als allgemeingültig zu bezeichnen ist und beinahe jede Fachrichtung, die sich mit globalen Zusammenhängen beschäftigt, eine eigene veränderte Definition verwendet (vgl. hierzu zum Beispiel Beck, Ulrich 1997:44 mit einer eher sozialwissenschaftlichen/soziologischen Ausrichtung).
Der Begriff der Globalisierung spiegelt folglich die derzeitige Entwicklung wider, dass sich sowohl in wirtschaftlichen, kulturellen, ökologischen, wie auch in politischen Bereichen die Länder- und Kulturgrenzen zunehmend auflösen und globale Ursachen, beziehungsweise Auswirkungen festzustellen sind. Wenn wir uns beispielsweise ein T-Shirt kaufen, so ist es möglich, dass dieses in China produziert, in den USA gelagert und in Deutschland letztendlich verkauft wurde. Diese Produktionsketten sind ein typischen Beispiel für eine zunehmend globalisierte Welt.
In der oben genannten Definition von Elmar Kulke sind vier unterschiedliche Bereiche dargestellt, bei denen Auswirkungen der Globalisierung festzustellen sind. Zum einen die Wirtschaft, in der global agierende Firmen (global player) nationale Auflagen umgehen, so dass beispielsweise Umweltauflagen oder soziale Standards nicht zwingend eingehalten werden müssen. Somit wird auf politischer Ebene versucht, internationale Standards zu formulieren, zum Beispiel durch die Vereinten Nationen, so dass die Wahrung der Menschenrechte, der Schutz der Umwelt, etc. gewahrt werden. Anhand dieser Ausführung ist auch zu erkennen, dass Umweltprobleme, vor allem sich global auswirkende, verstärkt im Zeitalter der Globalisierung aufgetreten sind, wie zum Beispiel der Klimawandel. Als letzter Bereich ist die Kultur zu nennen, in der sich die Globalisierung vor allem darin äußert, dass international die Schul- und Hochschulabschlüsse angeglichen werden oder dass ähnliche Freizeit- und Konsumgewohnheiten der Menschen in den unterschiedlichsten Teilen der Welt festzustellen sind. (vgl. Engelhard, Karl (Hrsg.) 2007: 41 ff.; Adick, Christel 2002: 397 f.).
Somit stellt sich nun die Frage, was das Oberthema der Projektwoche „Der Aufstieg Asiens“ mit der Globalisierung zu tun hat. Insbesondere spielt hierbei der wirtschaftliche Aufstieg des asiatischen Kontinents eine große Rolle, welcher Auswirkungen auf die Wirtschaftstrukturen der gesamten Erde hat. Infolgedessen steigt auch der Bedarf an Rohstoffen, Konsumgütern und Energie der rund 2,5 Milliarden Asiaten (circa 1/3 der gesamten Weltbevölkerung), so dass eine nachhaltige Lösung des globalen Rohstoffproblems gefunden werden muss. Aber auch in anderen Bereichen, wie der Kultur und der Politik, werden sich die „westlichen“ Länder mit einer steigenden Dominanz des asiatischen Kontinents konfrontieren müssen. Bereits heute sind Ausläufer der asiatischen Kultur in unserem Alltagsleben zu finden, wie beispielsweise asiatische Restaurants, Supermärkte, aber auch fernöstliche Kampfsportarten, Entspannungsformen (Tai Chi), Kunstfertigkeiten (Origami) und vieles mehr.
Jedoch beinhaltet der wirtschaftliche Aufstieg Asiens auch gleichzeitig verschiedene Problembereiche, unter anderem die zunehmende Umweltverschmutzung und –zerstörung. So hat sich zum Beispiel der Co2-Ausstoß von China in 15 Jahren mehr als verdoppelt, von 2481 Millionen Tonnen [Mio. t.] im Jahre 1991 zu 5841 Mio. t. im Jahre 2006 (vgl. Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) 2007). Anhand dieses Beispieles wird deutlich, dass in China Prozesse stattfinden, die die Umwelt zerstören und verschmutzen. Gründe hierfür sind vor allem in der zunehmenden Industrialisierung Chinas und der Globalisierung der Wirtschaft zu sehen. Dieser Verlauf ist jedoch recht typisch für alle asiatischen Staaten, die in den vergangenen Jahren verstärkt am internationalen Markt bestehen wollen.
Um den Problembereich der zunehmenden Umweltverschmutzung genauer zu untersuchen, soll das Unterthema, welches mit den Schülern in der geplanten Projektwoche behandelt wird, „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ lauten. Zum einen soll sich auf China konzentriert werden, da dort vielfältige Umweltprobleme zu beobachten sind, wie zum Beispiel der Wassermangel, die Wasserverschmutzung, die Luftverschmutzung und die Waldrodung, und zum anderen weil China mit seiner enormen Bevölkerungszahl (1,32 Milliarden [Stand 2007]) (Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (2007):12) zu dem globalen Klimaproblem beiträgt und somit die Umweltprobleme teilweise eine globale Dimension annehmen.
4Analyse in Bezug auf Nachhaltigkeit – Wie steht das Ober- und Unterthema im Zusammenhang mit dem Dreieck der Nachhaltigkeit?
Das Nachhaltigkeitskonzept liefert ein kritisch-konstruktives globales normatives Leitbild für die Gestaltung von Globalisierung, welches sich durch das allgemeine Ziel der nachhaltigen Entwicklung ausdrückt, eine Gerechtigkeit im doppelten Sinne zu erreichen. So geht es „sowohl um die Lebenschancen und –qualitäten aller derzeit auf der Erde existierenden Menschen […] als auch um die künftigen Generationen (Bahr, Matthias 2001: 10). Es sollen folglich die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu gefährden.
Seinen Ursprung findet der Nachhaltigkeitsgedanke in einer Schrift zur nachhaltigen Forstwirtschaft (Sylvicultura oeconomica) von Hannß Carl von Carlowitz aus dem Jahre 1713. Er forderte, dass „man mit dem Holz pfleglich umgehe und alle unnütze Verschwendung und Verderbung desselben so viel wie möglich verhüte“ (Carlowitz, H.C. von 1713: 87. Wieder abgedruckt in: Hauenschild, Katrin; Bolscho, Dietmar 2005: 32). Der „pflegliche“ Umgang gehört, unter anderem, auch heute noch zu einer der grundlegenden Akzentsetzungen der nachhaltigen Entwicklung, welche in der Agenda 21 darlegt sind. Weitere Orientierungsgrößen für den Weg der Weltgesellschaft ins 21. Jahrhundert sind die globale Gerechtigkeit, die Revolutionierung der technischen Innovationen in der Ressourcenutzung und veränderte mentale Einstellungen (vgl. Herz, Otto et al. (Hrsg.) 2001: 30f.). Die in Rio de Janeiro im Jahre 1992 von rund 170 Staaten der Erde beschlossene Agenda 21 fordert zugleich eine Aufklärung und Sensibilisierung des Umweltbewusstseins, so dass Elemente der Nachhaltigkeit verstärkt in die Schule integriert werden sollen, welche in Kapitel 36, dem Bildungsbegriff, manifestiert sind. Hierzu dient das recht junge Konzept der „Bildung für nachhaltigen Entwicklung“, dessen Grundgedanken, welche hinter diesem Konzept stehen, jedoch nicht völlig neu entstanden sind, so ist es vielmehr als eine Weiterentwicklung und Zusammenfassung der Vorläufer zu bezeichnen, wie der Menschenrechtserziehung, die Umweltbildung oder die „entwicklungspolitische Bildung“ (vgl. Brunold, Andreas 2004: 45 ff.). Es ist folglich von großer Bedeutung, dass das Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ in den Schulalltag integriert wird, damit die Schüler etwas über eine effizientere und somit nachhaltigere Lebensweise erfahren. Auch aus diesem Grund wurde die geplante Projektwoche konzipiert, um den Schülern vor Augen zu führen, wie sehr der Aufstieg Asiens eine nachhaltige Entwicklung gefährdet. Als Beispiel soll hierfür das Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ dienen, da eine Ausbeutung und Verschmutzung der natürlichen Ressourcen in China festzustellen sind.
Insgesamt umfasst die nachhaltige Entwicklung drei Dimensionen: die Ökonomie, die Ökologie und das Soziale, welche auch als Dreieck der Nachhaltigkeit bezeichnet werden (vgl. Abbildung 1). Diese sollen im Folgenden genauer betrachtet werden und gleichzeitig als Analysemittel dienen, inwieweit und welche Dimensionen in der Stundenplanung zu der Projektwoche integriert sind:
Ökologische Dimension:
Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit umfasst vor allem, wie bereits oben im Bezug auf Hannß Carl von Carlowitz dargestellt wurde, die Verwendung natürlicher Ressourcen nur in dem Maße, wie diese sich regenerieren können, nicht ausgebeutet und nicht unbrauchbar gemacht werden und mit dem Ziel die ökologische Vielfalt zu bewahren (vgl. Herz, Otto et al. 2001: 32). Hierbei ist jedoch zwischen einer starken und einer schwachen ökologischen Nachhaltigkeit zu unterscheiden. Bei der starken ökologischen Nachhaltigkeit wird der Natur ein eigenes Lebensrecht zugewiesen, so dass ihr Erhalt die oberste Priorität darstellt (biozentrische Sichtweise). Die schwache ökologische Nachhaltigkeit besagt hingegen, dass der Erhalt der natürlichen Ressourcen lediglich in ihrer Funktion als Lebensgrundlage des Menschen betrachtet werden soll (anthropozentrische Sichtweise) (vgl. Hauenschild, Katrin; Bolscho, Dietmar 2005: 35).
Im Bezug auf das Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“, soll vor allem die schwache ökologische Nachhaltigkeit angesprochen werden, da zunächst in China Prozesse stattfinden müssen, um die Bedürfnisbefriedigung der Bevölkerung für die Zukunft zu sichern. Von einer biozentrischen Sichtweise ist die chinesische Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch weit entfernt.
Abbildung 1: Das Dreieck der Nachhaltigkeit
Quelle: Bahr, Matthias 2007: 11
In der Projektwoche soll den Schülern aus ökologischer Sicht vor allem die Auswirkungen der nicht nachhaltigen Ressourcenutzung aufgezeigt werden, die beispielsweise mit der zunehmender Waldrodung oder Luftverschmutzung einhergehen. Hierzu soll in einem vorherigen Schritt erarbeitet werden, welche Prozesse in China stattfinden, welche Ausmaße sie angenommen haben und inwieweit dies die Schüler betreffen könnte. Im nächsten Schritt sollen sich die Schüler dann Gedanken machen, wie eine ökologische Nachhaltigkeit aussehen könnte, indem sie sich Lösungsmöglichkeiten überlegen, beziehungsweise bereits realisierte Maßnahmen recherchieren. Somit sollen die Schüler eine Sensibilität entwickeln, wann von ökologisch nachhaltigen Entwicklungen gesprochen werden kann.
Ökonomische Dimension:
Das Streben nach wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit, ohne jedoch die Bedürfnisbefriedigung der Gesellschaft oder zukünftiger Generationen zu gefährden ist das Hauptziel der ökonomischen Dimension des Nachhaltigkeitsdreiecks. Somit sollen die Wirtschaft und die Industrie sich von einer kurzfristigen zu einer langfristigen, effizienten und produktiven Erzeugung hinwenden (vgl. Brunold, Andreas 2004: 39). Im Bezug auf die Projektwoche, sind auch die wirtschaftlichen und industriellen Prozesse in China als nicht nachhaltig zu bezeichnen, da sie über keine ausreichende Anzahl an umweltverträglichen und umweltschonenden Technologien verfügen und sich somit eine kurzfristige Gewinnmaximierung zulasten des Ökosystems feststellen lässt. So sollen sich die Schüler während der Projektwoche Gedanken machen, welche Lösungsmöglichkeiten realistisch erscheinen, einen nachhaltigeren und langfristig wirksamen Umgang mit der Umwelt zu schaffen (zum Beispiel der Einsatz von Marktinstrumenten zum Umweltschutz, Innovationen umweltschonender Techniken, etc.) (vgl. Schreiber, Jörg-Robert; Schuler, Stephan: 2005: 8).
Als Ursachen für die ökonomische Ausbeutung der Umwelt, sowohl die soziale als auch die ökologische, sind vor allem die Globalisierung und Internationalisierung der Warenströme und der Produktionsstandorte anzusehen, da viele Firmen ihre Produktionsstandorte in ein Land verlagern, die über nicht so strenge Umweltauflagen, beziehungsweise Menschenrechtsauflagen verfügen, wie die „westliche“ Welt. Ebenso in China ist solch ein Prozess, vor allem im Bezug auf Umwelt, zu beobachten, da viele westlichen Firmen, auch deutsche, einen Produktionsstandort in China besitzen und auf reine Gewinnmaximierung aus sind.
Soziale/ Sozio-kulturelle Dimension
„Bei der sozio-kulturellen Dimension von Nachhaltigkeit stehen Fragen der Gerechtigkeit im Mittelpunkt. Es geht um die langfristige Sicherung umweltverträglicher Lebensstile in einem sozial gerechten globalen Kontext sowohl mit Blick auf unterschiedliche Regionen dieser Erde als auch auf nachfolgende Generationen“ (Hauenschild, Katrin; Bolscho, Dietmar 2005: 37). Insgesamt ist durch den Globalisierungsprozess die Kluft zwischen den Armen und den Reichen der Erde noch größer geworden, worin die Gefahr steckt, dass die sozialen Ungleichheiten und Ausbeutungen (Verletzung der Menschenrechte) verstärkt in den ärmeren Ländern vorzufinden sind. Das Ziel der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit besteht somit darin, dass ein gesellschaftlicher Zusammenhalt erreicht wird, indem jeder Mensch die gleichen Rechte erhält und Werte und Normen vermittelt werden, die eine Eigenverantwortung, eine Verantwortung für andere und Gerechtigkeit ermöglicht (Schreiber, Jörg-Robert; Schuler, Stephan: 2005: 8).
Im Bezug auf das Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ der Themenwoche „der Aufstieg Asiens“ ist vor allem auf den „Sozialen Ausgleich“ hinzuweisen, den Kulturen anstreben, die sich in einem Industrialisierungsprozess befinden. So will China die Entwicklung der „westlichen Welt“ nachholen, was zulasten des Ökosystems geschieht. Ziel muss es jedoch für die Volksrepublik China sein, dass jeder einen gerechten und gleichwertigen Zugang zu den natürlichen Ressourcen (z.B. sauberes Wasser, Nahrung, etc.), unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Reichtum oder Religion, erhält. Gleichzeitig müsste in der chinesische Kultur der Umgang und Schutz der Umwelt an Akzeptanz gewinnen. In diesem Zusammenhang sollen die Schüler die unterschiedlichen gesundheitlichen und sozialen Folgen der Bevölkerung durch die Umweltzerstörung kennen lernen, die beispielsweise mit der zunehmenden Luftverschmutzung einhergehen.
Analyse in Bezug auf „globales Lernen“ – Welche Intentionen und Hauptfragestellungen lassen sich aus dem Konzept des „globalen Lernens“ für die Thematik der Themenwoche ableiten?
Das im vorherigen Kapitel bereits beschriebene Konzept der „Bildung für nachhaltige Entwicklung lässt sich als aktuelles Leitbild des „globalen Lernens“ bezeichnen, welches im folgenden Schritt näher erläutert werden soll, um im Anschluss, auf dieser Grundlage aufbauend, die Hauptfragestellungen und –intentionen zu nennen und kurz zu erläutern.
Der Begriff des globalen Lernens kann in unterschiedlicher Weise verwendet werden. Zum einen steht er als Oberbegriff von unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen, die eine weltgesellschaftliche Perspektive vermitteln, wie beispielsweise die Umweltbildung, die „entwicklungspolitische Bildung“ oder die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Zum anderen wird mit dem Begriff des „globalen Lernens“ in der Literatur die Forderung impliziert, dass eine globale Sichtweise in den Unterricht eingeführt wird, die in allen Unterrichtsgegenständen wieder zu finden ist. In diesem Zusammenhang wird „globales Lernen“ als „didaktische Antwort auf Globalisierung“ verstanden, indem die weltgesellschaftlichen Prozesse kritisch reflektiert und dem einzelnen Schüler die Handlungsfähigkeit einer sachkundigen und verantwortungsvollen Teilhabe an der Gestaltung dieser Weltgesellschaft, im Hinblick auf Chancen und Probleme, vermittelt werden (vgl. Adick, Christel 2002: 400 ff.; Solidarisch leben lernen e.V. (Hrsg.) 2002: 143 f.). „Es zielt auf eine Form des Lernens und eine Weise des Denkens, die es erlauben, lokale Gegebenheiten in ihrer Einbindung in den globalen Kontext wahrzunehmen und zu befähigen, lokales Handeln in Einklang mit globalen Erfordernissen zu bringen“ (Seitz, Klaus 2002b: 50; zit. nach Adick, Christel 2002: 401) . Dieser Punkt stellt einen der wichtigsten Elemente der geplanten Unterrichtswoche dar, weil die Schüler das Ursachen-Wirkungsgeflecht verstehen sollen, welches mit der Umweltzerstörung in China einhergeht, wie beispielsweise welche Auswirkungen die Umweltverschmutzung in China für uns in Deutschland und im Allgemeinen auf die gesamte Erde hat. Jedoch ist noch anzumerken, dass das „globale Lernen“ nicht als Lösung der Auswirkungen und Probleme, die mit der Globalisierung in Beziehung gesetzt werden können, angesehen werden darf.
Im Folgenden sollen die Ziele des „globalen Lernens“, nach David Selby und Hanns-Fred Rathenow, kurz und stichpunktartig umrissen werden, die ebenfalls als Grundlage für die Hauptintentionen der geplanten Projektwoche dienen sollen (vgl. Selby, Davis; Rathenow, Hanns-Fred 2003: 25 f.):
Systembewusstsein entwickeln: Systemisches Denken und Handeln soll gefördert werden, so dass Dualitäten vermieden werden, wie lokal- global, oder Beobachter – Beobachtete, und anstelle dessen Zusammenhänge vernetzend betrachtet werden.
Perspektivbewusstsein fördern: Die Schüler sollen erkennen, dass ihre Sichtweise nur eine unter vielen ist und dass ihre Wahrnehmung von äußeren Einflüssen (Familie, peer-group, Schule) mitgeformt werden. Es soll folglich eine Multiperspektivität entwickelt werden.
Bereitschaft, Verantwortung für das Wohlergehen des Planeten zu übernehmen: Hierbei bietet sich beispielsweise an, Lösungsmöglichkeiten für verschiedene globale Probleme zu entwickeln oder zu untersuchen, damit ein Bewusstseinswandel der Schüler geschehen kann, hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise.
Bewusstsein universellen Beteiligtseins fördern und Bereitschaft entwickeln, Verantwortung zu übernehmen: Die Schüler sollen erfahren, dass ihre Handlungen lokale und globale Auswirkungen haben können, für die sie Verantwortung übernehmen müssen.
Aufgeschlossenheit für neue Entwicklungen: Mit diesem Ziel des „globalen Lernens“ soll das lebenslange Lernen gefördert werden, was als notwendige Voraussetzung für gesellschaftlichen Wandel verstanden wird.
Mit diesen Zielen des „globalen Lernens“ gehen auch zahlreiche methodische Implikationen einher, die jedoch nicht weiter thematisiert werden sollen (vgl. ebd.: 27 ff.).
Mit dem Vorwissen, was „globales Lernen“ impliziert und welche Ziele hierin enthalten sind, sollen nun die zwei Hauptintentionen und –fragestellungen für die Themenwoche „Der Aufstieg Asiens“ mit dem Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ dargestellt und kurz beschrieben werden.
Den Schülern soll das Ausmaß und die Komplexität der Umweltzerstörung und -ver-schmutzung verdeutlicht werden (Ziel a), so dass sie daraufhin eigenständig erarbeiten, welche vielfältigen Auswirkungen und Ausmaße der nicht nachhaltige Umgang mit dem natürlichen Lebensraum in China hat und was dies für die gesamte Erde heißt (Ziel b).
Erläuterung: Die Schüler sollen erfahren, dass lokale Gegebenheiten, in diesem Falle in China, erheblich zum globalen Umweltproblem beitragen (vgl. Adick, Christel 2002: 401). Hierzu sollen die vernetzten Zusammenhänge verstanden werden, welche über die eingeschränkte Sichtweise aus Dualitäten hinausgehen, so das sich die Schüler von ihrer eigenen Sicht der Thematik lösen müssen, um die jeweiligen Problembereiche nachvollziehen zu können, da eine Umweltverschmutzung dieses Ausmaßes in Deutschland nicht vorzufinden ist. Im weiteren Verlauf der Themenwoche soll dann auch die Relevanz für uns in Deutschland expliziter thematisiert werden, so dass Ziel d nach Selby und Rathenow auch, zumindest in Ansätzen erfüllt werden kann.
Daraufhin sollen Lösungsmöglichkeiten zu den derzeitigen Umweltproblemen, beziehungsweise Alternativen zur derzeitigen Nutzung der natürlichen Ressourcen entwickelt werden (Ziel b). Zudem sollen die Schüler einschätzen, inwieweit die Lösungsmöglichkeiten und Alternativen überhaupt realisierbar erscheinen (Ziel c).
Erläuterung: Hierbei wird abermals die multiperspektivische Sichtweise von den Schülern abverlangt, da sie, um realisierbare und nachhaltige Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, sich in die Situation des chinesischen Staates hineinversetzen müssen. Somit sollen die Schüler zum einen verstehen, warum in China eine solche Umweltzerstörung vorzufinden ist (Stichwort „Globalisierung“) und wie dessen entgegengewirkt werden kann (Stichwort „nachhaltige Entwicklung“). Außerdem sollen die selbst überlegten und die in der Literatur gefundenen Lösungsmöglichkeiten bewertet werden, was in Ansätzen dem Ziel c entspricht, da so eine Einschätzung für eine nachhaltige Lebensweise trainiert werden kann.
Ziel e wird nur indirekt impliziert, nämlich indem die Projektwoche zum Verständnis der aktuellen Entwicklungen in Asien beiträgt und somit im günstigsten Falle das Interesse geweckt wird, sich weiterhin mit der Thematik der Globalisierung, der nachhaltigen Entwicklung und der Umweltproblematik in China, Asien und der gesamten Welt zu beschäftigen.
5Didaktische Analyse mit Hilfe des didaktischen Modells zum „globalen Lernen“ nach Christel Adick
Im nun folgenden Schritt der Hinführung zur Thematik der Themenwoche „Der Aufstieg Asiens“ mit dem Unterthema „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ soll die Unterrichtsplanung im Bezug auf das didaktische Modell nach Christel Adick (Didaktischer Würfel) zunächst kurz dargestellt werden, um daraufhin die einzelnen Dimensionen mit der Thematik der Unterrichtsstunden in Beziehung zu setzen.
Das dreidimensionale didaktische Modell nach Christel Adick weist insgesamt drei Dimensionen auf, die Weitergabe von Kultur, die Kontextualität und die historische Dimension, die auf den Gedanken von David Selby (vierdimensionales Modell globalen Lernens) und Peter Weinbrenner/Klaus-Peter Fritzsche (didaktischer Würfel zur Menschenrechtserziehung) beruhen, aber von Adick weiterentwickelt wurden (vgl. Abbildung 2). Hiermit wird aber nicht der Anspruch verfolgt eine Art Inhaltsstruktur zum „globalen Lernen“ zu entwickeln, sondern „ein kritisches Analyseinstrument zum Aufspüren von Einseitigkeiten, Defiziten, und Verzerrungen in vorliegenden Curricula [bereitzustellen]. Es kann andererseits […] als ein konstruktives Analyseinstrument zur Konzipierung neuer Curricula verwendet werden, d.h. zur Ausarbeitung von Unterrichtsmaterialien und zur Vorbereitung des Unterrichts (Adick, Christel 2002: 407 ff.). In der nun folgenden Didaktischen Analyse sollen die Unterrichtsstunden im Bezug auf die drei Dimensionen betrachtet und analysiert werden:
Weitergabe von Kultur:
Diese Dimension fordert, dass die im Unterricht behandelten Inhalte nicht nur zur Wissensbildung (scientia), sondern auch zur Gewissensbildung (conscientia) führen, indem die Thematik der Unterrichtsstunde normative, empirische und handlungsleitende Aspekte einschließt.
Abbildung 2: Der didaktische Würfel zur Strukturierung des globalen Lernens
Quelle: Adick, Christel 2002: 411
Empirisch wird einerseits durch die aus dem „Atlas der Globalisierung“ verwendete Karte gearbeitet (vgl. Le Monde diplomatique/taz 2002: 201), andererseits sollen verschiedene Statistiken den Schülern gezeigt werden, die als Überblick über China im Allgemeinen und die Umweltzerstörung im Speziellen dienen sollen (Stichwort scientia). Normative Aspekte werden nur indirekt behandelt, indem die Schüler über die globale und die chinesische Umweltsituation aufgeklärt werden sollen, so dass im günstigsten Fall Erfahrungen für das eigene Umweltbewusstsein gesammelt werden. Zudem soll ein Bewusstsein geschaffen werden, was Umweltzerstörung und Umweltverschmutzung für uns Menschen bedeutet, zum Beispiel im Hinblick auf eine ungleiche Verteilung von natürlichen Ressourcen oder Krankheiten und Mangelerscheinungen, die durch die Umweltproblematik entstanden sind. Insgesamt soll also der Begriff des „Menschenrechtes“ transparenter und fassbarer für die Schüler werden, da man im westlichen Europa kaum mit Menschenrechtsverletzungen in Berührung kommt (Stichwort conscientia). Handlungsleitende Aspekte werden insbesondere bei den denkbaren Lösungsmöglichkeiten angesprochen, wobei sich die Schüler zunächst eigene Handlungsoptionen überlegen und des weiteren tatsächlich geplante und durchgeführte Lösungen gegen die Umweltprobleme recherchieren sollen. Somit lernen die Schüler Möglichkeiten kennen, die die Erfüllung der Menschenrechte fördern, die in ihrer alltäglichen Lebenswelt als selbstverständlich und gegeben angesehen werden, wie beispielsweise der Zugang zu ausreichendem, hygienisch einwandfreiem Wasser.
Kontextualität:
Die Kontextualität fordert die „Einbeziehung und die Wechselwirkung verschiedener sozialräumlicher Kontexte vom Einzelnen bis zur Weltgesellschaft“ (Adick, Christel 2002: 412). Die Einbeziehung der Erfahrungen und Erlebnisse einer betroffenen Person würde die unterste Stufe der Kontextualität darstellen, jedoch ist dies nicht realisierbar, so dass sich die Schüler mit den Auswirkungen der Umweltproblematik beschäftigen sollen, indem sie sich in die jeweils betroffene Bevölkerung hineinversetzen. Jedoch soll in der letzten Stunde der Themenwoche die Frage aufgeworfen werden, warum die chinesische Umweltverschmutzung uns in Deutschland und somit die Schüler als Individuen beschäftigen sollte. Zuvor soll jedoch ein nationaler Überblick über die Umweltzerstörung in China gegeben werden, indem die unterschiedlichen Prozesse in den unterschiedlichen Regionen erarbeitet und mit Hilfe von Plakaten der Klasse vorgestellt werden. Im Bezug auf die Ausmaße der chinesischen Umweltzerstörung im weltweiten Vergleich und mit der Frage, wie viel China zur globalen Umweltproblematik beiträgt, wird der Bogen zur globalen Dimension geschlagen. Die Schüler lernen somit, wie bereits bei den Erläuterungen zum „globalen Lernen“ angesprochen wurde, lokale, regionale und nationale Umweltprozesse miteinander zu vernetzen und kritisch im Bezug auf globale Auswirkungen zu reflektieren.
Historische Dimension:
Die historische Dimension beinhaltet eine prozessorientierte Perspektive des behandelten Gegenstands, indem die vergangene, die derzeitige und die zukünftige, beziehungsweise die zukünftigen, Perspektiven in die Unterrichtsthematik mit einbezogen werden. Die Gegenwart wird dadurch bearbeitet, indem die augenblickliche Umweltsituation in Gruppen vorbereitet wird. Hierbei soll in Ansätzen auch die Vergangenheit thematisiert werden, um einen Überblick zu erlangen, wie es zu der derzeitigen Umweltsituation in China kommen konnte. Des Weiteren wird der Blick auf die Zukunft gelenkt, wobei die Folgen und Auswirkungen besprochen und Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden sollen. Die Fragen, die hierbei bearbeitet werden sollen, sind zum einen, wie realistisch die Lösungsmöglichkeiten für die Umweltproblematiken erscheinen und zum anderen welche bereits umgesetzten Strategien vorzufinden sind. Es soll also zusammenfassend der Verlauf der Umweltproblematik und deren mögliche Lösung den Schülern nahe gebracht werden.
6Unterrichtsplanung
1. Tag Doppelstunde: | |||
Einstieg (ca. 20 Minuten) | Auflegen verschiedener statistischer Daten (Folie) zu China (Bevölkerungszahlen, Bevölkerungsdichte, HDI, etc.) um einen Überblick zu schaffen (Anhang 1). Mit Hilfe der Karte im Atlas der Globalisierung aus Seite 201 sollen die vielfältigen Umweltprobleme in China benannt und an der Tafel zusammengetragen werden. | ||
Gruppenarbeit (ca. 70 Minuten) | Schüler werden in Gruppen aufgeteilt, um jeweils ein Problembereich genauer zu bearbeiten (mit Hilfe des Internets, Büchern, etc.). Aufgabe: Stellt euer zugeteiltes Umweltproblem vor (Folie/ Plakat), im Bezug auf die 1) Entstehung und Ursachen (physisch- /humangeographisch, politisch, ökonomisch, etc.) 2) geographische Verbreitung in China; 3) Auswirkungen für die Bevölkerung/ Umwelt. (Arbeitsblätter, Siehe Anhang 2)
Hausaufgabe: Fertigstellung der Folien/Plakate, so dass diese in der nächsten Stunde präsentiert (5-7 Minuten) werden können. | ||
2. Tag Einzelstunde: | |||
Vorstellung der Gruppenarbeit (ca. 45 Minuten) | Die Ergebnisse der einzelnen „Umweltproblem-Gruppen“ werden vorgestellt. Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung, indem mit den Schülern ein Schaubild an der Tafel entworfen wird, wie die einzelnen Umweltprobleme in Beziehung miteinander stehen (Anhang 3). Hausaufgabe: Internetrecherche und eigene Gedanken machen zu Lösungsmöglichkeiten der jeweiligen „Umweltproblem-Gruppe“. | ||
3. Tag Doppelstunde: | |||
Gruppenarbeit (ca. 20 Minuten) | Zusammentragen (Folie) der möglichen (vielleicht auch aus anderen Regionen/ Ländern eingesetzten Lösungsstrategien) und tatsächlich eingesetzten/geplanten Lösungsmöglichkeiten. Zudem soll kurz bewertet werden, wie realistisch diese Lösungen erscheinen. | ||
Vorstellung der Gruppenergebnisse (ca. 25 Minuten) | |||
„China und die Erde“ (Plenumsarbeit) ca. 45 Minuten) | Mit Hilfe von verschiedenen Statistiken, Karten etc. soll zum Abschluss der Themenwoche der Energieverbrauch von China genauer betrachtet werden (Anhang 4). Hierbei soll zum Beispiel das viel kritisierte Drei-Schluchten-Staudamm-Projekt oder auch der Erdölverbrauch besprochen und diskutiert werden. Was bedeutet die Umweltverschmutzung in China für uns? Was würde passieren, wenn China zum Vorbild in Sachen Umweltbewusstsein und nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen werden würde? (steigende Produktionskosten steigende Preise bei uns, etc.) Was habe ich im Sinne einer ökologischeren Lebensweise und nachhaltigen Entwicklung für mein alltägliches Leben dazugelernt? Was lerne ich aus der Umweltsituation in China? Wie sehr trägt China zum Klimawandel und den globalen Umweltproblemen bei? (eventuell mit den vorherigen Statistiken stützen) | ||
4. Tag Einzelstunde: (bei Interesse könnte diese Unterrichtsstunde drangehängt werden) | |||
Filmvorführung (45 Minuten) | Wenn ein Interesse seitens der Schüler besteht könnte die Reportage „Pulverfass China – die Schattenseite des Wirtschaftwunders“ (ein Film von Jochen Graebert, ARD-Studio Peking 2006; ausgestrahlt am 05.11.06 auf Phoenix) gezeigt werden. Themen die angesprochen werden und eine Relevanz zur Thematik der Themenwoche aufweisen, sind Wirtschaftswachstum, Umweltzerstörung und deren Auswirkung für die Bevölkerung, Globalisierung und die sozialen Ungerechtigkeiten in China. |
Der oben dargestellte geplante Verlauf des Unterthemas „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ zur Themenwoche „Der Aufstieg Asiens“ soll im Folgenden noch kurz erläutert werden. So soll in der ersten Stunde mit einem aktuellen nationalen Überblick über den chinesischen Staat begonnen werden, um eine Grundlage für die nachfolgenden Fragestellungen zu schaffen. Hierzu wird ein empirischer Zugang mit Hilfe von Statistiken gewählt, welche im Anhang 1 vorzufinden sind. Im darauf folgenden Schritt soll zum eigentlichen Thema der Umweltzerstörung und –verschmutzung in China hingeführt werden, so dass auch hier eine Grundlage für die spätere Arbeit geschaffen werden kann. Im zweiten Teil des ersten Tages soll dann mit den Gruppenarbeiten begonnen werden, deren genauere Aufgabenstellungen der Unterrichtsablaufskizze und den Arbeitsblätter (Anhang 2) zu entnehmen sind. Mit Hilfe verschiedener Texte und Abbildungen (empirischer Zugang) sollen die jeweiligen Umweltproblematiken und somit nicht nachhaltigen Prozesse erarbeitet werden, welche sich zum einen auf regionaler Ebene belaufen, indem die geographische Einordnung innerhalb Chinas erfolgt, zum anderen auch auf individueller Ebene ablaufen soll, dadurch dass die Schüler die Auswirkung für die betroffene Bevölkerung aufzeigen. Außerdem sollen die Schüler die Ursachen der nicht nachhaltigen Prozesse erarbeiten, die größtenteils auf ökonomische Prozesse und somit auch der zunehmenden Industrialisierung und der globalen Ausrichtung des chinesischen Marktes (Globalisierung) zurückzuführen sind.
In der Einzelstunde am zweiten Tag der Projektwoche werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen vorgetragen und kurz besprochen, um im Anschluss ein kurzes zusammenfassendes Tafelbild mit den Schülern gemeinsam zu erarbeiten (ein Vorschlag befindet sich im Anhang 3). Hier sollen unter anderem auch die Ursachen der Umweltproblematik aufgeführt werden, um zu verdeutlichen, inwieweit die Globalisierung und somit der Aufstieg Asiens zu der derzeitigen Situation beiträgt.
Der letzte Tag der Themenwoche soll zweigeteilt ablaufen. Zunächst sollen die Lösungsmöglichkeiten für die Umweltproblembereiche in Gruppen zusammengetragen werden, deren Recherche in der vorherigen Stunde als Hausaufgabe aufgegeben wurde. Diese werden kurz vorgestellt. Die Arbeit der Schüler erhält so eine handlungsleitende Dimension, wie beim didaktischen Würfel nach Adick gefordert wurde. Da es für viele Umweltprobleme in China noch keine Lösungsmöglichkeiten gibt, dient diese Aufgabe vor allem der Übung, welche, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, möglichen Maßnahmen realisierbar erscheinen, beziehungsweise welche Maßnahmen in anderen Regionen der Erde, mit ähnlichen Problemen, erfolgreich angewendet wurden. Folglich wird eine Transferleistung der Schüler gefordert. Der zweite Teil der Doppelstunde steht unter der Überschrift „China und die Erde“. Hier sollen, wie beim globalen Lernen im Allgemeinen und dem didaktischen Würfel im Speziellen angesprochen wurde, die Brücke zur globalen und zur individuellen Dimension geschlagen werden. Die globale Dimension soll beispielsweise mit der Frage, wie sehr China zum globalen Klimaproblem beiträgt, behandelt werden. Das Individuum, in diesem Falle der jeweilige Schüler, soll durch die Fragen, was die Umweltverschmutzung in China für uns bedeutet und was ich im Sinne einer ökologischeren Lebensweise und nachhaltigen Entwicklung für mein alltägliches Leben dazugelernt habe, noch stärker in die Thematik mit einbezogen werden.
Zum Abschluss dieser Planung der Themenwoche zum „globalen Lernen“ soll eine fachdidaktische Analyse erfolgen, die sich vor allem mit der Frage beschäftigt, inwieweit meine unterrichteten Fächer, Erdkunde, Deutsch und Pädagogik, zur Bearbeitung des Themas „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ mit einbezogen werden können, auch wenn dies in der Planung nicht explizit angewendet wurde.
Im Fach Erdkunde kann die Thematik auf unterschiedliche Weise betrachtet werden. Einerseits physisch-geographisch, indem Grundlagen erarbeitet werden, die für die Entstehung der Umweltprobleme nötig sind. Beispielsweise kann der Prozess der Desertifikation genauer betrachtet werden, um die andauernde Dürre im Norden Chinas zu verstehen. Andererseits kann auch humangeographisch gearbeitet werde, um die Auswirkungen der Umweltproblematik mit Hilfe von statistischen Daten zu erläutern (Bevölkerungsgeographie, Sozialgeographie, etc.). Diese Ansätze wurden bereits in die Gruppenphase integriert.
Das Fach Erziehungswissenschaften kann insbesondere im Bezug auf die Lösungsmöglichkeiten zur Bearbeitung der Thematik „Umweltzerstörung auf Chinesisch“ betragen, nämlich inwieweit eine Aufklärung der Bevölkerung, zum Beispiel durch eine verbesserte Schulbildung, eventuell sogar mit Elementen der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, der Umweltbildung oder des „globalen Lernens“, zur Verbesserung der Umweltsituation führen und was generell gelehrt werden sollte.
Auch das Fach Deutsch bietet einige Möglichkeiten die Thematik der Themenwoche zu behandeln. So wäre beispielsweise möglich, eine Unterrichtsreihe zum Thema Zeitungsartikel durchzuführen, wobei die Schüler einerseits selber Artikel verfassen könnten, andererseits verschiedene Ausschnitte aus einer Auswahl an Zeitungen/ Zeitschriften zu sichten und zu analysieren. Eine weitere Möglichkeit wäre die Thematik bei der Erprobung verschiedener Gesprächsformen (Diskussion, Debatte, Dialog) zu thematisieren, da sich dies gut auf Grund seiner vielen verschiedenen Meinungen (Umweltschützer, chinesischer Politiker, Vorstandsmitglied einer aufsteigenden chinesischen Chemiefirma, Globalisierungsbefürworter, Globalisierungskritiker, Menschenrechtsverfechter, etc.) eignet.
7Literaturverzeichnis
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