Navigation:
Dürrenmatt: Die Physiker: Der Psalm Salomos
Datum: 20. Januar 2011 Kommentare: 1
Zusätzliche Informationen:
Es handelt sich um eine Stunde, die ich während meines Refs. in einem Leistungskurs im Fach Deutsch gezeigt habe.
Beschreibung:
Das ist eine Stunde, die in Gruppenarbeit erledigt wurde und somit einen anaylstische Erarbeitung des Psalms stattfand.

Dürrenmatt: Die Physiker: Der Psalm Salomos
13. Unterrichtsbesuch im Fach Deutsch
Thema der Unterrichtseinheit: Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker
Thema der Stunde: „Mumien in unseren Schiffen“ – der Psalm Salomos
Übergeordnetes Unterrichtsziel: Die SuS klären die Einbettung des Psalms in die Szene und die Bedeutung des König Salomos im Kontext des Dramas.
Einordnung in den Unterrichtszusammenhang: Die Unterrichtssequenz begann mit der analytischen Erarbeitung des Textes. Hierbei haben die SuS den Psalm unter den Aspekten: Form, Inhalt und Sprache analysiert und interpretiert. Im ersten Teil der Stunde findet eine weitere analytische Erarbeitung des Psalms durch eine vergleichende Betrachtung mit der Illustration: „Die Physiker II: Weltraum- Psalm“ von Friedrich Dürrenmatt statt. Außerdem wird die Funktion und Bedeutung des Psalms in der Familienszene herausgearbeitet und somit die Einbettung des Psalms in der Drama vorgenommen.
Die Unterrichtsreihe wird durch einen Vergleich mit einem Gedicht abgeschlossen.
Anmerkung: Es folgt die Planung für die Doppelstunde
Phase | Inhalt | Sozialform | Medien |
Einstieg | Die SuS betrachten die Illustration: „Die Physiker II: Weltraum- Psalm“ von Friedrich Dürrenmatt und beschreiben in einem ersten Schritt die Illustration möglichst genau. Wichtige Aspekte der Beschreibung werden auf einer Folie notiert. | UG | Abbildung Lehrbuch Seite 75 Folie |
Erarbeitung | Die SuS beurteilen, inwieweit das Bild als eine adäquate Illustration des Psalm Salomo, den Raumfahrern zu singen, angesehen werden kann und begründen ihre Beurteilung. | PA | Lehrbuch Seite 75 Folie |
Sicherung | Wichtige Aspekte werden auf einer Folie notiert. Diskursiv werden die Beurteilungen noch einmal mit der gesamten Lerngruppe überprüft. | UG | Folie |
Überleitung | Die SuS werden gebeten den Psalm in die entsprechende Szene im Drama einzuordnen. | UG | |
Erarbeitung | Die SuS fassen den wesentlichen Inhalt der Szene mit eigenen Worten zusammen. Daran anschließend erklären die SuS, warum die Familienszene in diesem Psalm endet. | PA | Buch Seite 43-44 |
Sicherung | Die Funktion des Psalms im Kontext des Dramas wird als ein Fazit notiert. | UG | Tafel Hefter |
Vertiefung | Die SuS diskutieren zu der Frage, ob man hier nicht von einem Anti-Psalm sprechen kann. | ||
Überleitung | Die SuS fassen ihr Vorwissen zum König Salomo zusammen. Dazu wird ein Bild des Königs als stummer Impuls aufgelegt. Die SuS nennen die Personen, die sich im Drama auf den König Salomo berufen. | UG | Folie |
Erarbeitung | Die SuS werden in Paare eingeteilt und erarbeiten dann die unterschiedlichen Salomo- Bilder durch Möbius und Fräulein von Zahnd. | PA | AB mit Text- stellen |
Sicherung | Die unterschiedlichen Aspekte der Salomo-Bilder werden auf Folienstreifen notiert und gemeinsam zusammengetragen und kurz diskutiert. | UG | Hefter |
Vertiefung | Die SuS fassen zusammen, welche Bedeutung oder Funktion der König Salomo für die jeweilige Figur im Drama hat, hierbei steht Möbius im Fokus der Betrachtung. | UG | Hefter |
Didaktische Reserve | Die SuS verfassen eine Charakteristik der Hauptfigur Möbius. | EZ dann UG | Buch Seite 76 und Hefter |
Quelle: http://ead.nb.admin.ch/html/fd/fdabi_83.html {http://ead.nb.admin.ch/html/fd/fdabi_83.html}, eingesehen am 10.11.2010
Die Bilder des König Salomo neu
Datum: 23.11.2010
Aufgabe:
Vergleichen Sie die unterschiedlichen Bilder, die sich Möbius und Fräulein von Zahnd vom König Salomo machen.
Lesen Sie dazu die Textstellen und notieren Sie das entstehende Bild jeweils in der entsprechenden Spalte.
Frl. Doktor blättert im Dossier Unser guter Möbius macht weder Fort- noch Rückschritte, Frau Rose. Er puppt sich in seine Welt ein.
Frau Rose Behauptet er immer noch, daß ihm der König Salomo erscheine?
Frl. Doktor Immer noch.
Missionar Rose Eine traurige, beklagenswerte Verirrung.
Frl. Doktor Ihr strammes Urteil erstaunt mich ein weinig, Herr Missionar Rose. Als Theologe müssen Sie doch immerhin mit der Möglichkeit eines Wunders rechnen.
Seite 32-33
Möbius Spielt nicht weiter. Bitte Salomo zuliebe. Spielt nicht weiter.
[…]
Missionar Rose Herr Möbius. Gerade der König Salomo wird sich über das Flötenspiel dieser unschuldigen Knaben freuen. Denken Sie doch: Salomo, der Psalmdichter, Salomo, der Sänger des Hohen Liedes!
Möbius Herr Missionar. Ich kenne Salomo von Angesicht zu Angesicht. Er ist nicht mehr der große goldene König, der Sulamith besingt und die Rehzwillinge, die unter Rosen weiden, er hat seinen Purpurmantel von sich geworfen- […]
nackt und stinkend kauert er in meinem Zimmer als der arme König der Wahrheit, und seine Psalmen sind schrecklich. Hören Sie gut zu, Missionar, Sie lieben Psalmworte, kennen sie alle, lernen Sie auch die auswendig:
Er ist zum runden Tisch links gegangen, kehrt ihn um, steigt hinein, setzt sich.
Seite 40
Möbius Ich will euch nicht mehr sehen! Ihr habt den König Salomo beleidigt! Ihr sollt verflucht sein! Ihr sollt mit den ganzen Marianen im Marianengraben versaufen! Elftausend Meter tief. Im schwärzesten Loch des Meeres sollt ihr verfaulen, von Gott vergessen und den Menschen.
Seite 43
Schwester Monika Sie verstellen sich.
Möbius Sie durchschauen mich?
Schwester Monika Ich pflege Sie nun zwei Jahre.
Möbius geht auf und ab, bleibt dann stehen Gut. Ich gebe es zu. Ich spielte den Wahnsinnigen.
Schwester Monika Weshalb?
Möbius Um von meiner Frau Abschied zu nehmen und von meine Buben. Abschied für immer.
Schwester Monika Auf diese schreckliche Weise?
Möbius Auf diese humane Weise. Die Vergangenheit löscht man am besten mit einem wahnsinnigen Betragen aus, wenn man sich schon in einem Irrenhaus befindet: Meine Familie kann mich nun mit einem guten Gewissen vergessen. Mein Auftritt hat ihr die Lust genommen, mich noch einmal aufzusuchen. Die Folgen meinerseits sind unwichtig, nur das Leben außerhalb der Anstalt zählt. Verrücktsein kostet. Fünfzehn Jahre zahlte meine gute Lina bestialische Summen, ein Schlußstrich muss endlich gezogen werden. Der Augenblick war so günstig. Salomo hat mir offenbart, was zu offenbaren war, das System aller möglichen Erfindungen ist abgeschlossen, die letzten Seiten sind diktiert, und meine Frau hat einen neuen Gatten gefunden, den kreuzbraven Missionar Rose, Sie dürfen beruhigt sein, Schwester Monika. Es ist nun alles in Ordnung.
Seite 43-44.
Möbius lacht, setzt sich wieder Ich mich auch nicht. Aber das ändert nichts an meiner Lage. Ich habe das Pech, daß mir der König Salomo erscheint. Es gibt nun einmal nichts Anstößigeres als ein Wunder im Reiche der Wissenschaft.[…]
Es ist tödlich, an den König Salomo zu glauben.
Seite 45-46
Möbius ungeheuer erregt, packt sie Monika! Du darfst alles von mir glauben, mich für einen Schwächling halten. Dein Recht. Ich bin unwürdig deiner Liebe. Aber Salomo bin ich treu geblieben. Er ist in mein Dasein eingebrochen, auf einmal, ungerufen, er hat mich mißbraucht, mein Leben zerstört, aber ich habe ihn nicht verraten.
[…]
Möbius Man hält mich doch für verrückt.
Schwester Monika Warum bist du so mutlos?
Möbius Mut ist in meinem Falle ein Verbrechen.
Seite 50-51
Frl. Doktor Möbius! Wie konnten Sie das tun? Sie haben meine beste Krankenschwester getötet, meine sanfteste Krankenschwester, meine süßeste Krankenschwester!
Möbius Es tut mir ja so leid, Fräulein Doktor.
Frl. Doktor Leid.
Möbius König Salomo befahl es.
Frl. Doktor Der König Salomo … Sie setzt sich wieder, Schwerfällig. Bleich Seine Majestät ordnete den Mord an.
Seite 58
Möbius […]Die Verantwortung zwang mir einen anderen Weg auf. Ich ließ meine akademische Karriere fahren, die Industrie fallen und überließ meine Familie ihrem Schicksal. Ich wählte die Narrenkappe. Ich gab vor, der König Salomo erschiene mir, und schon sperrte man mich in ein Irrenhaus.
Newton Das war doch keine Lösung!
Möbius Die Vernunft fordert diesen Schritt. […] Unsere Wissenschaft ist schrecklich geworden, unsere Forschung gefährlich, unsere Erkenntnis tödlich. Es gibt für uns Physiker nur die Kapitulation vor der Wirklichkeit. Sie ist uns nicht gewachsen. Sie geht an uns zugrunde. Wir müssen unser Wissen zurücknehmen, und ich habe es zurückgenommen. Es gibt keine andere Lösung, auch für euch nicht.
Seite 74
Die Bilder des König Salomo neu
Datum: 23.11.2010
Aufgabe:
Vergleichen Sie die unterschiedlichen Bilder, die sich Möbius und Fräulein von Zahnd vom König Salomo machen.
Lesen Sie dazu die Textstellen und notieren Sie das entstehende Bild jeweils in der entsprechenden Spalte.
Frl. Doktor feierlich Auch mir ist der goldene König Salomo erschienen.
Die drei starren sie verblüfft an.
Möbius Salomo?
Frl. Doktor All die Jahre.
Newton lacht leise auf.
Frl. Doktor unbeirrbar Zuerst in meinem Arbeitszimmer, an einem Sommerabend. Draußen schien noch die Sonne, und im Park hämmerte ein Specht, als auf einmal der goldene König heranschwebte. Wie ein gewaltiger Engel.[…]
Sein Blick ruhte auf mir. Seine Lippen öffneten sich. Er begann mit seine Magd zu reden. Er war von den Toten auferstanden, er wollte die Macht wieder übernehmen, er hatte seine Weisheit enthüllt, damit in seinem Namen Möbius auf Erden herrsche. […] Aber Möbius hat ihn verraten. Er versuchte zu verschweigen, was nicht verschwiegen werden konnte. Denn was ihm offenbart worden war, ist kein Geheimnis. Weil es denkbar ist. Alles Dankbare wird einmal gedacht. Jetzt oder in der Zukunft. Was Salomo gefunden hatte, kann einmal auch ein anderer finden, es sollte die Tat des goldenen König bleiben, des Mittel zu seiner heiligen Wissenschaft, und so suchte er mich auf, seine unwürdige Dienerin. […]
Der goldene König hat mir den Befehl gegeben, Möbius abzusetzen und an seiner Stelle zu herrschen. Ich gehorchte. Ich war die Ärztin und Möbius mein Patient. Ich konnte mit ihm tun, was ich wollte. Ich betäubte ihn, jahrelang, immer wieder, und photokopierte die Aufzeichnungen Salomos, bis ich auch die letzten Seiten besaß. […] Ich bin behutsam vorgegangen. Ich beutete zuerst nur wenige Erfindungen aus, das nötige Kapital anzusammeln. Dann gründete ich Riesenwerke, es entstand eine Fabrik um die andere und baute einen mächtigen Trust auf. Ich werde das System aller möglichen Erfindungen auswerten, meine Herren.
Möbius eindringlich Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd: Sie sind krank. Salomo ist nicht wirklich. Er ist mir nie erschienen.
Frl. Doktor Sie lügen.
Möbius Ich habe ihn nur erfunden, um meine Entdeckungen geheimzuhalten.
Frl. Doktor Sie verleugnen ihn.
Möbius Nehmen Sie Vernunft an. Sehen Sie ein, dass sie verrückt sind.
Frl. Doktor Ebensowenig wie Sie.
Möbius Dann muss ich der Welt die Wahrheit entgegenschreien. Sie beuteten mich all die Jahre aus. Schamlos. Sogar meine arme Frau ließen sie noch zahlen.
Frl. Doktor Sie sind machtlos, Möbius. Auch wenn Ihre Stimme in die Welt hinausdränge, würde man Ihnen nicht glauben. Denn für die Öffentlichkeit sind Sie nichts anderes als ein gefährlicher Verrückter. Durch Ihren Mord.
[…]
Was euch umgibt, sind nicht mehr die Mauern einer Anstalt. Dieses Haus ist die Schatzkammer meines Trusts. Es umschließt drei Physiker, die allein außer mir die Wahrheit wissen. Was euch in Bann hält sind keine Irrenwärter: Sievers ist der Chef meiner Werkspolizei: Ihr seid in eurer eigenes Gefängnis geflüchtet. Salomo hat durch euch gedacht, durch euch gehandelt, und nun vernichtet er euch. Durch mich.
Schweigen. Fräulein Doktor spricht alles still und fromm.
Frl. Doktor Ich aber übernehme seine Macht. Ich fürchte mich nicht. Meine Anstalt ist voll von verrückten Verwandten, mit Schmuck behängt und Orden. Ich bin die letzte Normale in meiner Familie. Das Ende. Unfruchtbar, nur noch zur Nächstenliebe geeignet. Da erbarmet sich Salomo meiner. Er, der tausend Weiber besitzt, wählte mich aus. Nun werde ich mächtiger sein als meine Väter. Mein Trust beherrschen, die Länder, die Kontinente erobern, das Sonnensystem ausbeuten, nach dem Andromedanebel fahren. Die Rechnung ist aufgegangen. Nicht zugunsten der Welt, aber zugunsten einer alten, buckligen Jungfrau.
Seite 81-85
Die Bilder des König Salomo neu
Datum: 23.11.2010
Die Bilder des König Salomo | |
Möbius | Fräulein von Zahnd |
Fazit: _____________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Impuls für die Vertiefung
Möbius Ich bin Salomo. Ich bin der arme König Salomo. Einst war ich unermeßlich reich, weise und gottesfürchtig. Ob meiner Macht erzitterten die Gewaltigen. Ich war ein Fürst des Friedens und der Gerechtigkeit. Aber meine Weisheit zerstörte meine Gottesfurcht, und als ich Gott nicht mehr fürchtete, zerstörte meine Weisheit meinen Reichtum. Nun sind die Städte tot, über die ich regierte, mein Reich leer, das mir anvertraut worden war, eine blauschimmernde Wüste, und irgendwo um einen kleinen, gelben, namenlosen Stern kreist, sinnlos, immerzu die radioaktive Erde. Ich bin Salomo, ich bin Salomo, ich bin der arme König Salomo.
Er geht auf sein Zimmer.
Seite 86-87
Kommentare (1)
Der Entwurf ist toll - ich nehme dasselbe Thema für meine Lehrprobe kommenden Montag und frage mich gerade, wie ich den Stoff auf 45 Minuten kürzen kann... Hat jemand dazu eine Idee? Ich wäre unendlich dankbar für jeden Vorschlag!
lg











