Wortfeld 'gehen' (Deutsch)
Geschrieben von: KaWi Mittwoch, 03. Februar 2010 um 17:50 Uhr
( 8 Votes )In dieser Unterrichtsstunde sollen die SchülerInnen Wörter aus dem Wortfeld gehen kennen lernen und anwenden können.
Hier können Sie als registrierter Benutzer die Originaldatei herunterladen:
| |
|
Wortfeld 'gehen'
I Sachanalyse
Ein Wortfeld zeichnet sich dadurch aus, dass alle dem Wortfeld zugehörigen Wörter dem gleichen Sprachsystem (der deutschen Sprache) entstammen, der gleichen Wortklasse angehören und mindestens ein inhaltliches Merkmal gemeinsam haben.
Die Wörter eines Wortfeldes differenzieren und präzisieren das gemeinsame zugrunde liegende Merkmal.
Ein Wortfeld ist eine lexikalische Struktur, „welche die semantische Verwandtschaft von Lexemen als Semembeziehungen abbildet". Seme sind untergeordnete Merkmale, die eine gemeinsame semantische Qualität der untergeordneten Lexeme sichern und nebengeordnete Lexeme abgrenzen.
Bei der Bildung von Wortfeldern wird von einem übergeordneten Begriff ausgegangen, von welchem in unterschiedliche Dimensionen geführt wird.
Jedes Wort gehört einem bestimmten Wortfeld an, erhält seine Bedeutung aber erst durch die Abgrenzung der anderen Wörter des gleichen Wortfeldes, was folgende Skizze verdeutlicht: nicht abgedruckt
II Lehrplanbezug
Die Aufgaben des Deutschunterrichts ist die sprachliche Bildung der Schüler. Im Unterricht sollen die Schüler zu einem bewussten Umgang mit der Sprache geführt werden, indem die Sprache zum Gegenstand des Lernens gemacht wird.
Der Sprachgebrauch der Schüler soll verbessert und weiterentwickelt werden.
Der Unterricht soll so gestaltet werden, dass die Schüler ihre Spracherfahrungen einbringen können, woran dann angeknüpft wird. Gezielte und differenzierte Übungen helfen den Kindern, ihr Sprachverhalten zu erweitern.
Die Schüler sollen so die Vielfalt der Sprache kennenlernen.
Die Wortfeldarbeit fällt im Lehrplan unter den Bereich „Sprache untersuchen".
Dabei soll mit konkretem Material wie beispielsweise Wortkarten gearbeitet werden.
Sie sollen Wörter einem Wortfeld zuordnen, indem Wörter mit ähnlicher Bedeutung zusammengestellt werden (gehen, hüpfen).
III Analyse der Lernvoraussetzungen
Die Schüler der Klasse 2c der Grundschule in Mannheim sind zwischen sieben und neun Jahren alt. Die Klasse besteht aus 21 Schülerinnen und Schülern, wo von 13 Jungen sind und 8 Mädchen.
Die Klasse besteht zum größten Teil aus ausländischen Schülern, wobei die meisten von ihnen aus der Türkei stammen. Gravierende sprachliche Probleme sind mir während der Hospitationsphasen jedoch bei keinem der Schüler aufgefallen, so dass alle Schüler vom sprachlichen Aspekt her in der Lage sind, dem Unterrichtsgeschehen zu folgen.
Auch konnte ich keine Außenseiter in der Klasse beobachten. Die Schüler helfen sich gegenseitig und arbeiten gerne mit anderen zusammen.
Die Schüler sind lernfreudig, ihre Konzentration lässt bei gleichbleibender Sozialform jedoch schnell nach, so dass häufige Wechsel erforderlich sind.
Zu Beginn der Schulzeit wurden einige Rituale eingeführt, wie beispielsweise die „Brezel" (die Schüler setzen sich mit verschränkten Armen hin als Zeichen dafür, dass sie mit der Aufgabe fertig sind) oder ein Handzeichen („Ohren auf, Mund zu"), um den Schülern zu signalisieren, dass sie zu laut sind.
Der Klassenraum ist bunt und lebendig gestaltet. An den Wänden hängen Ergebnisse früherer Arbeiten.
Die Tische sind gruppenförmig angeordnet. Es gibt fünf Gruppentische, wobei jedoch darauf geachtet ist, dass kein Kind mit dem Rücken zur Tafel sitzt und alle gut nach vorne sehen können.
Die großen Pausen werden durch den Schulgong eingeläutet und auch wieder beendet. Zwischen den Pausen gibt es jedoch kein Klingelzeichen. Dadurch kann die Zeit in den Doppelstunden zwischen den Pausen flexibel genutzt werden und eine Arbeitseinheit wird nicht unterbrochen.
IV Didaktische Analyse
1. Gegenwartsbedeutung
Jedes Kind kennt das Wort gehen und andere Formen des Gehens (schleichen, trampeln...). Die Kinder gehen in ihrem täglichen Leben mit den Begriffen aus dem Wortfeld gehen um, indem sie beim Spielen schleichen wie Indianer, rennen, hüpfen oder trampeln.
Die unbewusste Nutzung dieser Wörter soll den Schülern durch die Behandlung des Wortfelds gehen bewusst gemacht werden.
Auch das Thema Umweltschutz, das thematisiert wird ist den Schülern durch das Trennen von Müll zu Hause bekannt.
2. Zukunftsbedeutung
Die Kinder sollen befähigt werden, bewusst und sicher mit der Sprache umzugehen. Sie sollen für die Vielfalt des sprachlichen Ausdrucks sensibilisiert werden. Die Arbeit mit Wortfeldern wird in der 3. Klasse auch in der Aufsatzdidaktik eine Rolle spielen.
Sie lernen, sich differenziert auszudrücken und auf ihre Wortwahl in der Schriftsprache zu achten.
3. Exemplarität
Mit Hilfe der Wortfeldarbeit werden Ausdrucksvermögen und Wortschatz der Schüler vergrößert. Anstelle nur eines Wortes (dem Oberbegriff) lernen die Schüler untergeordnete Wörter kennen und lernen sie zu benutzen. Dies ist vor allem in späteren Schuljahren für die Kinder von Bedeutung, da beispielsweise bei der Aufsatzerziehung viel Wert auf den Ausdruck gelegt wird.
Durch die richtige Verwendung von Wörtern wird außerdem das Sprachgefühle der Schüler gefördert.
4. Struktur des Inhalts
- Einstieg mit Hilfe eines Bildes
- Geschichte zu Thema Müll
- Kennenlernen einiger Wörter aus dem Wortfeld gehen
- Ordnen dieser Wörter (schnell, langsam, laut, leise gehen)
- richtiges Anwenden der Wörter
- spielerisch den Wörtern umgehen
Das Thema Umweltschutz, das in der Einheit „Wir und unserer Natur" thematisiert wird eignet sich gut, um fächerverbindend zu arbeiten. Während in Deutsch das Wortfeld gehen oder Aufforderungssätze anhand dieses Themas durchgenommen werden, so kann in HuS ebenso auf das Thema Umweltschutz eingegangen werden.
IV Lernziele
1. Wörter aus dem Wortfeld gehen kennen lernen
Die Schüler sollen Wörter, die dem Wortfeld gehen zugehörig sind nennen können.
2. Wörter aus dem Wortfeld gehen anwenden
Die Schüler sollen die Wörter aus dem Wortfeld gehen richtig anwenden können.
3. Umweltschutz
Die Schüler sollen eine positive Beziehung zur Umwelt entwickeln und umweltgerecht handeln.
V Verlaufsplanung
Die Stunde beginnt mit einem Bild zum Thema Müll. Die Schüler sollen dazu ihre Meinung äußern.
Dann folgt eine Geschichte, die das Thema Müll aufgreift, in der jedoch Wörter aus dem Wortfeld gehen eingebaut sind, aber falsch benutzt werden. Aufgabe der Schüler ist es zunächst, die falsch angewendeten Wörter zu erkennen und nennen zu können.
Die genannten Wörter werden auf Pappstreifen an der Tafel gesammelt und nach schnell, langsam, laut oder leise gehen sortiert. Das Sortieren hilft den Kindern, Wörter, bei deren Bedeutung sie nicht sicher sind einzuordnen. Außerdem kommt Bewegung in die Stunde, indem die Kinder an die Tafel gehen und Wortkarten anheften und verschieben, was eine Motivation für sie darstellt.
Als nächstes bekommen die Schüler die Geschichte, die zu Anfang vorgelesen wurde. Anstelle der Gehen -Wörter sind jedoch Lücken und die Schüler sollen das passende Wort einsetzen. Da oft mehrere Wörter eingesetzt werden können, gibt es kein richtig oder falsch. Als Kontrolle bietet sich deshalb das Vorlesen an.
Zum Schluss der Stunde folgt ein Spiel, bei dem die Schüler verschiedene Wörter des Wortfeldes gehen pantomimisch darstellen sollen. Dies dient noch einmal der Kontrolle, ob die Schüler auch vorher unbekannte Wörter jetzt verstanden haben.
Als Alternative zu der geplanten Stunde könnte man auch das Pantomimespiel als Einstieg nutzen. Dies wäre für die Schüler zwar sehr motivierend, hätte dann aber nicht mehr die Kontrollfunktion. Da viele ausländische Schüler in der Klasse sind, schien es mir sicherer, die Bedeutung der Wörter zu Beginn der Stunde erst zu klären und das Spiel an den Schluss zu setzen.
Die Einstiegsphase mit dem Bild und der Geschichte wollte ich erst in einem Sitzkreis planen, entschied mich dann jedoch dagegen, da die Klasse in einem Sitzkreis leicht unruhig wird. Außerdem hätte es einen Bruch gegeben, wenn die Schüler wischen der Geschichte und dem Anheften der Wortkarten an die Tafel zurück auf ihre Plätze gehen müssten. Würde ich diese Phase aber auch noch mit in den Stuhlkreis nehmen, würde der Stuhlkreis 20 Minuten in Anspruch nehmen, was mir zu lang erschien.
Für das Arbeitsblatt schien mir die Kontrolle durch das Vorlesen am sinnvollsten, da mehrere Wörter in eine Lücke passen. Deshalb entschied ich mich gegen Selbstkontrolle oder eine Kontrolle am Tageslichtprojektor.
Durch das Vorlesen werden die Schüler außerdem gesammelt und einer zuvor entstanden Unruhe kann entgegengewirkt werden. Dies erschien mir wichtig, da es wahrscheinlich ist, dass die Lautstärke bei dem folgenden Spiel wieder ansteigt.
VI Strukturskizze
Stundenziel: Die Schüler sollen Wörter aus dem Wortfeld gehen kennen lernen und anwenden können
|
Zeit |
Phase |
Lernziel |
Unterrichtsgeschehen |
Sozialform |
Medien |
|
10 Min. |
Einstieg |
Schüler sollen mit dem Thema bekannt gemacht werden |
L zeigt Bild, S äußern sich dazu L liest Geschichte vor, S äußern sich zu Geschichte, bemerken, das Wörter des Wortfeldes gehen falsch benutzt wurden |
Frontal |
Bild Geschichte |
|
10 Min |
Erarbeitung 1 |
S sollen Wörter aus dem Wortfeld gehen nennen können |
S nennen Wörter des Wortfeldes aus der Geschichte, heften Wortkarten an Tafel, ordnen Wortkarten nach schnell- langsam- laut- leise gehen |
Frontal |
Wortkarten |
|
10 Min |
Erarbeitung 2 |
S sollen Wörter aus dem Wortfeld gehen anwenden können |
S bearbeiten Arbeitsblatt |
Einzelarbeit |
Arbeitsblatt |
|
5 Min |
Kontrolle |
|
S lesen Arbeitsblätter vor, kontrollieren ihre Antworten mit den vorgelesenen |
Frontal |
Arbeitsblätter |
|
10 Min |
Abschluss |
S sollen die gelernten Wörter spielerisch anwenden |
Pantomime Spiel L zeigt einem S eine Wortkarte mit einem Wort aus dem Wortfeld gehen, S muss dieses Wort pantomimisch darstellen, die anderen raten, was er vormacht |
Frontal |
Wortkarten |
Arbeitsmaterial:
VII Literatur
Eisenberg, P/Gelhaus, H/Henne, H/Sitta, H/Wellmann, H: Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Dudenverlag Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 1998, 6. Aufl.
Hahn, M: Auch das Gehen will gelernt sein- eine fachübergreifende Unterrichtseinheit zum Wortfeld gehen. In: RAAbits Grundschule. Dr. Josef Raabe Verlag
Eisenberg/Gelhaus/Wellmann/Henne/Sitta 1998, 526






